Brief 5 und 6

“Sie sollten zu Ihrem Anwalt gehen, damit der eine Unterlassungsverfügung gegen die Leute erwirkt, die Sie hinter dieser Aktion vermuten”, rät mir der Polizeibeamte. Vermutungen habe ich viele, die Briefschreiber halten wir beide für “bescheuert”.  Heute schicken sie mir in einem DIN-A5-Umschlag einen Artikel aus der “Wilhelmshavener Zeitung” vom 3. September 2014. Berichtet wird über einen 61-Jährigen, der vom Wilhelmshavener Amtsgericht wegen Besitzes von Kinderpornografie zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt worden ist.  Daneben steht in krakeliger Schrift die Frage “bist tu deswege aus wilhelmshaven weg?” Dann folgt der Satz “Wir pasen auf dir auf!” Was ich mit diesem 61-Jährigen zu tun haben soll, weiß ich nicht.

Der zweite Brief steckt in einem DIN-A4-Umschlag, ist wieder mit Margaretenstraße 29 in Wilhelmshaven adressiert. Er beginnt mit der Ankündigung “Ja wir werden alle uns bekannten Dokumente und Anschreiben veröffentlichen”. Hilfe bekommen die Briefschreiber angeblich von Mitarbeitern der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg, seit 2012 Step gGmbH Hannover. Wieder taucht in dem Brief das Aktenzeichen eines Verfahrens auf, das der Step-Angestellte Ruthard Stachowske gegen mich angestrengt hat.

Außerdem soll den Briefschreibern ein Brief einer ehemaligen Klientin von Ruthard Stachowske, der bis Anfang Juli 2011 unter dem Dach der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch geleitet hat, und ein Vernehmungsprotokoll dieser Klientin zugespielt worden sein. Diese Ex-Klientin soll bei der Kripo ausgesagt haben, dass sie mit Kinderschändern Partys gefeiert habe. Auch dieser Brief und das Vernehmungsprotokoll sollen veröffentlicht werden.

Wieder kommt Ruthard Stachowske ins schmutzige Spiel. Der hat im oben erwähnten Verfahren behauptet, ich hätte mich mit Müttern verbunden, die ihren Kindern Gewalt angetan hätten. Sein Anwalt und er erfanden eine Horrorstory, die mich aus den Schuhen haute. Die Geschichte kannte ich bis dahin noch gar nicht. Ich hatte schon viele Leidensgeschichten aus der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch gehört und veröffentlicht, aber diese war so unglaublich, dass mein Anwalt und ich sie erst verdauen mussten. Um die Ex-Klientin vor Ruthard Stachowske zu schützen, verzichteten wir auf eine Stellungnahme gegenüber dem Gericht, denn sonst hätte diese Mutter vor Gericht aussagen müssen – und alles wäre für sie wieder hoch gekommen.

Da eine Gutachterin inzwischen zu dem Schluss gekommen ist, dass diese Ex-Klientin die Wahrheit über ihre Erfahrungen in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch sagt, dürfte auch diese Geschichte wahr sein: Eine enge Mitarbeiterin von Ruthard Stachowske, die heute in Hamburg eine Kinderschutzorganisation leitet, soll so lange auf diese Mutter eingeredet haben, bis sie sich selbst des Missbrauchs ihrer Kinder beschuldigte. Warum sie den Einflüsterungen erlag, hätte ich nie begriffen, wenn mir bei meinen Recherchen nicht klar geworden wäre, dass es sich bei der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch um eine Psycho-Sekte handelte. Ein Machtmittel von Ruthard Stachowske war Willkür, niemand in der Einrichtung konnte abschätzen, was er als nächstes tun würde. Abhängige reagieren auf Willkür oft mit vorauseilendem Gehorsam, sie wollen so noch Schlimmeres abwenden, bevor es geschieht.

Bevor es zu dem erwähnten Verfahren kam, hatte mir die Geschäftsführerin der Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg bereits schriftlich versichert, dass die Behauptung, ich hätte mich mit Müttern verbündet, die ihren Kindern Gewalt angetan hätten, nicht wiederholt werden würde. Im Übrigen seien solche Behauptungen bei Ruthard Stachowske durchaus üblich. Zu jener Zeit klagte Stachowske gegen seine fristlose Kündigung als Leiter der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch, dennoch hielt er sich nicht an die Erklärung seiner Chefin. Mitte 2012 suchte diese Geschäftsführerin das Weite, ihr Nachfolger stellte Stachowske wieder ein, da gehörte die Sucht- und Jugendhilfe Lüneburg schon zur Step gGmbH Hannover…Die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch ist 2014 geschlossen worden.

Bis dahin hatte ich um die 100 Betroffene beraten…Die Geschichte begann mit einer Klageandrohung im Jahre 2009, der damalige Geschäftsführer Matthias Lange setzte einen Anwalt auf mich an, obwohl ich noch nie über die Therapeutische Gemeinschaft Wilschenbruch berichtet, sondern nur zwei Kommentare von Betroffenen veröffentlicht hatte. Nach seiner Entlassung wechselte Lange als Geschäftsführer zur Wilhelmshavener Kinderhilfe, durfte dort aber nicht lange bleiben. Siehe http://familiensteller.blogspot.de

 

 

Advertisements

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

w

Connecting to %s

%d bloggers like this: